9. Februar 2013

Mehr als 40 Millionen Chinesen lernen jetzt Klavier zu spielen

Derzeit lernen mehr als 40 Millionen Chinesen Klavier zu spielen. In Chinas rapide wachsender Mittelschicht gilt das "europäische" Instrument als ausgesprochen chic und kultiviert. Das aufstrebende Land ist auch ein Eldorado für die renommierten europäischen Klavierhersteller. Nur dort wachsen noch die Absatzzahlen. Alle andere Märkte weltweit zeigen seit längerem mehr oder weniger rückläufige Tendenzen. In China sind die meisten und dynamischsten Piano-Hersteller zu Hause. Auch der weltgrösste Klavierbauer, die Pearl River Piano Group kommt selbstverständlch aus dem Reich der Mitte.


Central Conservatory of Music Beijing

Wie in der westlichen Welt gilt auch und besonders in China: Wer eine Karriere als Berufspianist anstrebt, muss sich früh und viel anstrengen. Die staatliche Ausbildung beginnt bereits im Kindesalter. Privatunterricht ist wesentlich teurer und kann umgerechnet leicht mehr als 1.500 Euro im Jahr kosten, noch viel Geld für die Mittelschicht. Wer den Erwartungen an den vielen lokalen Musikschulen standhält, hat gute Chancen, später als Student an die angesehenste Musikhochschule des Landes, das zentrale Musik-Konservatorium in Beijing, zu wechseln.

Um die 1500 Schüler besuchen das Prestige-Institut im Süden der Hauptstadt. Hier lernen die Besten der Besten. Die Schule besitzt rekordverdächtige 500 Flügel und Klaviere. Lang Lang wurde u.a. dort unterrichtet. Um aufgenommen zu werden, müssen die Künstler eine harte Aufnahmeprüfung bestehen. Jedes Jahr konkurrieren Tausende Studenten um die wenigen Plätze. Monatelang bereiten sie sich vor. Disziplin und hartes Training sind nach wie vor Kern der chinesischen Ausbildung.


Lang Lang

Um dem Traum einer Pianisten-Karriere näherzukommen, müssen und wollen die Studenten in der Regel ihre Ausbildung im Ausland fortsetzen. Auf der Wunschliste ganz oben die USA mit der Juilliard School, Oberlin Conservatory of Music oder Curtis Institute of Music, wo Lang Lang und Yuja Wang von Gary Graffman den letzten Schliff erhielten. Doch auch Europa steht hoch im Kurs und Deutschland und Österreich sind vielfach Wunschziele der Studenten.