21. Dezember 2012

Produktpiraterie erreicht die deutsche Klavierindustrie - Louis Renner betroffen

Clemens von Arnim vertritt als Geschäftsführender Gesellschafter die Louis Renner GmbH & Co. KG in Gärtringen bei Stuttgart. Renner ist seit langem Weltmarktführer für Klavier- und Flügelmechanik-Teile wie Hammerstiele, Hammerköpfe, Fanghebel, etc, etc. Der Schwabe Louis Renner gründete 1882 sein Unternehmen in Stuttgart. Heute ist Renner in über 50 Ländern der Welt mit seinen erstklassigen Produkten vertreten. Renner Mechanikteile finden sich in vielen europäischen Markenklaviere und -flügel von Bösendorfer, Cavendish Pianos, Schimmel, Fazioli, Steinway & Sons  etc.


 

Anlässlich der diesjährigen Hannover Messe, stellt sich nun heraus, dass aus dem "Partnerland" China, auch dreiste Kopien der Qualitätsteile von Renner auf den Weltmarkt kommen. Die Produktpiraterie hat nun auch die deutsche Klavierindustrie endgültig erreicht. Es ist jetzt leider so, dass nicht immer alles was sich "Renner" nennt auch wirklich original von den Facharbeitern aus Gärtringen von Renner hergestellt worden ist. Herr von Arnim berichtete weiter, dass sein Unternehmen nun aus seiner Sicht das Problem gelöst hat. Einige der mehr als 6.000 Einzelteile einer Flügel- bzw. Klaviermechanik werden mit keramischen Partikeln markiert, die von der Firma Polysecure GmbH in Freiburg/Breisgau geliefert werden. Dank dieses Verfahrens meint Louis Renner GmbH & Co. KG fehlerfrei beweisen zu können, dass die "nicht markierte" Teile eben nicht aus seinem Unternehmen stammen. Somit muss Louis Renner GmbH & Co. KG in Zukunft nicht mehr für den Pfusch von Plagiatoren geradestehen. Soweit so gut. Dann bleibt eben der Kunde, der unglücklicherweise falsche Teile erwischt hat auf seinen Schaden sitzen. Interessant wäre auch in diesem Zusammenhang genau zu wissen, seit wann die Markierung vorgenommen wird, denn vorher waren die Originalteile genauso unmarkiert wie die jetzt erhältlichen Plagiate. Verbindliche Antworten dazu konnten wir nicht bekommen.

Leider wird der Kauf eines Klaviers oder Flügels immer komplizierter und die Gefahr, das Falsche für viel Geld zu kaufen wird immer grösser und dringender.